Leben in einem Kulturdenkmal

Ein Jahrhunderte alter Wohnsitz


Schon um das Jahr 1300 findet die sogenannte Nidfurner Hueb
im Urbar des Klosters von Säckingen Erwähnung als besonders
einträgliche Hofstatt.

Ende des 16. Jahrhunderts entwarf Othmar III,
ein vermögender Ahnherr der alten Glarner Familie Blumer,
Pläne für den Bau eines Familiensitzes in seinem Heimatort.
Vermutlich war damit der Ausbau eines bereits bestehenden, um
1520 gebauten kleineren Hauses gemeint.

Bauhistorisch sind auf jeden Fall mehrere Etappen erkennbar.
Othmars Sohn Peter Blumer (1587-1669) verdankt das Haus seine heutige Form:
Er liess, noch ganz im spätgotischen Stil, zwei weitere Stockwerke
mit weiteren Zimmern sowie zwei kleinen Sälen unter einem steilen Dachgiebel aufsetzen.


Beim Bau wurden ausschliesslich einheimische Materialien verwendet,
denn über Holz und Steine aus seinen Besitztümern verfügte Blumer reichlich.
Das Anwesen wurde nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet;
die im 17. Jahrhundert noch bekannten geomantischen Kenntnisse wurden berücksichtigt.
In den Gewölbekellern sind starke Kraftfelder auszumachen.

Die Umfassungsmauern sind fast ein Meter dick und reichen bis unter das mächtige Dach.
Die Raumeinteilung ist symmetrisch und zeichnet sich durch
grosszügige Gänge und Raumhöhen aus.
Spätmittelalterliche Stilelemente wie Wände aus Fachwerk und schmale Treppenaufgänge
prägen wesentlich das Innere des Hauses; Fenstersäulen aus massivem Eibenholz und
geschnitzte Decken- und Wandtäfer zeugen bereits von der Renaissance.

Das stattliche und während Jahrhunderten höchste Haus im Glarnerland
wurde von Peter Blumers Nachfahren bis zur 10. Generation bewohnt.
Das Gebäude gilt als eines der wenigen, weitgehend noch im originalen Zustand
erhaltenen Beispiele spätmittelalterlicher Wohnhäuser in der Schweiz.